Video

Laura Schwengber , die mit den Händen „Lieder“singt

Bevor es losgeht, muss erst das Studio eingerichtet werden. Die verschiedenen Scheinwerfer müssen genau auf Laura ausgerichtet werden. Es dürfen zum Beispiel keine Spiegelungen auf ihrer Brille entstehen.

„Laura ist ein echtes Energiebündel“

„Jetzt bin ich warm“, scherzt Schwengber, als sie außer Atem aus dem Studio kommt. Es ist gerade einmal 8.30 Uhr morgens und das erste Musikvideo in Gebärdensprache ist schon im Kasten. „Fünf weitere werden wir heute noch drehen. Silly, Andrea Berg, Adel Tawil, Ich + Ich und Bosse stehen noch auf der Liste“, erklärt Online-Redakteurin Hanna Grimm. Zusammen mit zwei Technikern sitzt sie nebenan in der Senderegie. „Laura ist ein totales Naturtalent, ein echtes Energiebündel“, erzählt Grimm.

Idee kam zum Tag der Gehörlosen

Es ist bereits die fünfte Staffel, die der NDR zusammen mit Laura produziert. Die Idee entstand im Rahmen des Projekts „Barrierefreier Rundfunk“. 2011 suchte der NDR eine Gebärdensprachdolmetscherin für das ambitionierte Projekt. Durch einen Zufall kam der NDR auf die Berlinerin Schwengber, die damals noch studierte. Die ersten Musikvideos in Gebärdensprache wurden am Tag der Gehörlosen am 29. September beim Jugendportal des NDR, N-JOY XTRA veröffentlicht. Die Videos wurden im Netz nicht nur bei den Gehörlosen, sondern auch bei den Hörenden ein so großer Erfolg, dass weitere Staffeln folgten.

„Damals haben wir vor allem Songs von jungen deutschen Künstlern wie Cro, Jupiter Jones oder Xavier Naidoo übersetzt. Jetzt wollen wir auch eine andere Zielgruppe erreichen. Erwachsene Menschen, die gehörlos sind und zum Beispiel die Musik von Nena oder Andrea Berg mögen“, erklärt Redakteurin Grimm. Zusammen mit Schwengber bespricht sie, welcher Song als nächstes dran ist. „Wollen wir Silly machen? Was meinst Du?“, fragt Grimm. „Ja gerne“, sagt Schwengber und eilt zu ihrer Tasche. Bevor sie wieder ins Studio geht, kommt ihr ständiger Begleiter zum Einsatz – ihre Fusselbürste. „Ich habe so viele schwarze T-Shirts als Gebärdensprachdolmetscherin. Ohne meine Fusselbürste wäre ich wirklich aufgeschmissen“, erzählt die charismatische Frau.

Musik für Gehörlose erlebbar machen

Während Laura sich für die nächste Aufnahme bereit macht, stellt Technikerin Mairena in der Senderegie das Studio ein. „Wir nehmen für jedes Video einen anderen Hintergrund, jetzt probieren wir einen Blau-Ton aus.“ Die Technikerin sieht auf ihrem Bildschirm nicht nur Laura, daneben ist auch das entsprechende Musikvideo. „Je nachdem, wie schnell das Tempo des Songs ist, braucht Laura ein bis zwei Durchläufe für jeden Song“, erklärt sie. Auch im Studio kann Schwengber das laufende Musikvideo über einen Bildschirm sehen, der auf dem Boden steht. Viel Zeit darauf zu achten, bleibt ihr allerdings nicht. Sie gebärdet den Songtext Wort für Wort und bewegt sich dazu zur Musik. So soll nicht nur der Text, sondern auch die Musik für Gehörlose erlebbar gemacht werden.

http://www.ndr.de/mediathek/Adel-Tawil-Lieder,gebaerdenvideo255.html

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