Adel Tawil bei der NDR Sommertour in Schwerin

Adel Tawil kommt exklusiv zu der NDR Sommertour zum 5. BUGA-Jubiläum am 6. September auf dem Schweriner Alten Garten.
Ein Erlebnis völlig kostenfrei und live unter freiem Himmel 😉
Genaue Uhrzeit ist noch nicht bekannt.

Sein Plan: Erst Rügen verzaubern und dann noch länger bleiben

Adel Tawil ist Sänger, Songwriter und Produzent ägyptisch-tunesischer Abstammung. Bekannt wurde er vor allem als Mitglied der Band The Boyz sowie des Duos Ich + Ich.   © Britta Pedersen/dpa

Adel Tawil ist Sänger, Songwriter und Produzent ägyptisch-tunesischer Abstammung. Bekannt wurde er vor allem als Mitglied der Band The Boyz sowie des Duos Ich + Ich.
© Britta Pedersen/dpa

Adel Tawil gastiert am kommenden Sonntag auf der Naturbühne Ralswiek. Das ist für ihn kein unbekanntes Pflaster. Vor vier Jahren war er dort mit „Ich + Ich“ zum Konzert.

Bergen — Er war Teenieschwarm bei der Boyband „The Boyz“, Frontmann von „Ich + Ich“ und hat 2013 sein Debütalbum „Lieder“ rausgebracht. Am 17. August steht Adel Tawil auf der Naturbühne in Ralswiek. Mit der OZ sprach er über Anwälte, Graffitis und sein Leben zwischen den Kulturen.

OZ: Stimmt es, dass Sie viel lieber Jurist geworden wären, als Popstar?

Adel Tawil: Ja, als Kind wollte ich Anwalt werden, was ziemlich verrückt ist. Ich hatte mit zehn oder elf Jahren keine Erfahrung mit Anwälten und eine romantische Vorstellung von dem Anwalt der Menschheit, der quasi nur Gutes tut und dafür sorgt, dass Gerechtigkeit auf dieser Erde herrscht, weil mein Name ja auch Gerechtigkeit heißt.

OZ: Trotzdem haben Sie dann das Abi für die Musikkarriere abgebrochen. Eine schwere Entscheidung?

Tawil: Für mich war früher immer klar, dass ich Jura oder Medizin studiere. Ich hatte in der Schule das klare Ziel, nach 13 Jahren die Abiprüfung zu machen und dann diese ultimative Befreiung zu haben, jetzt könnt ihr mich alle mal. Das hatte ich natürlich nicht. Ich musste ja in der zwölften Klasse raus

OZ: Wieso?

Tawil: Wir waren in Berchtesgaden auf Klassenfahrt. Dort habe ich die Wand vom Schullandheim mit einem Graffiti besprüht. Dann haben sie mich erwischt, weil ich verpetzt worden bin und dann musste ich runter von der Schule.

OZ: Werden Sie denn künftig nochmal die Schulbank drücken?

Tawil: Ich liebe es, dass ich von meinem Hobby leben kann. Es ist schon das Geilste, aber ich spiele mit dem Gedanken, noch mal irgendwas zu studieren.

OZ: Ihr Vater ist Ägypter, die Mutter Tunesierin, verheiratet sind Sie mit einer Deutschen. Gibt es etwas aus den Kulturen, das sie übernommen haben?

Tawil: Ich bin ich geprägt von allem. Ich fühle mich aber als Deutscher, weil ich in Berlin geboren bin. Für mich ist das hier meine Heimat, obwohl ich als Kind oft in Tunesien und Ägypten war.

OZ: Was unterscheidet den privaten Adel Tawil von dem auf der Bühne?

Tawil: Ich bin privat auch so, wie ich nach außen hin bin. Als ich angefangen habe, Musik zu machen, war ich in einer Boyband. Da wurden wir in bestimmte Rollen gedrängt, da gab es den Hübschen, den Süßen, ich war der Coole. Irgendwann habe ich dann für mich entschieden, dass ich bin einfach auf der Bühne so bin, wie im wahren Leben auch.

OZ: Gibt es heute immer noch Phasen, in denen Sie sich gegen die Gesellschaft auflehnen?

Tawil: Ja, aber subtiler. Ich würde einen Text schreiben und meine Sachen darin verstecken. „Wenn du liebst“ ist zum Beispiel ein Song auf meinem Album, den man auch kritisch sehen kann.

Darin geht es darum, wie es wäre, wenn du liebst. Und es geht um jemanden, der sich versteckt und eine Mauer um sich herum gebaut hat. Das kann auch jemand sein, der einfach anders ist, vielleicht homosexuell, und sich deshalb nicht traut, seine Liebe zu zeigen. Solche Messages sind dann halt ein bisschen versteckter, die kriegt nicht jeder sofort mit.

OZ: Wodurch lässt Sie sich bei deinen Texten inspirieren?

Tawil: Es sollte schon real sein. Ich habe zum Beispiel einen Song geschrieben, in dem es um das erste Kind geht. Der ist krass emotional und beschreibt es für mich so, wie ich es mir vorstelle. Aber weil ich noch kein Kind habe, habe ich das Stück nicht aufs Album genommen, obwohl es sehr schön ist. Das ist für mich so eine Grenze. Ich versuche immer, nah am Leben zu bleiben.

Inspirieren lasse ich mich von Dingen, die ich, meine Freunde oder Eltern erleben.

OZ: Was war das Krasseste, worüber Sie einen Song geschrieben haben?

Tawil: „Unter Wasser“, das ist ein Lied, in dem ich über meine Zeit spreche, die zwischen meiner ersten Band „The Boys“ und „Ich & Ich“ lag. Ich hab mein Abi abgebrochen und versucht, professionell Musik zu machen. In dem Lied sage ich, ich sinke die ganze Zeit und der Druck wird immer größer, aber mit dir kann ich überleben. So habe ich mich gefühlt in dem Moment.

OZ: Waren Sie schon oft auf Rügen?

Tawil: Als Berliner war ich schon einige Male auf der Insel. Ich liebe das, du steigst ins Auto und bist schnell da. Und 2010 war ich mit „Ich + Ich“ schon mal in Ralswiek.

OZ: Haben Sie denn Zeit, noch am Strand zu liegen vorm Konzert?

Tawil: Ich weiß es nicht. Wir sind zwei Tage vorher auf Norderney an der Nordsee und fahren zur Ostsee. Ich finde es super, dass wir an drei Tagen komplett die Küste abfahren. Ich hoffe, dass ich danach noch ein bisschen bleiben kann.

OZ: Worauf können sich Ihre Fans freuen?

Tawil: Auf ein super Konzert. Ich bin mit meiner Band unterwegs, deswegen ist es kein Riesenunterschied zu „Ich + Ich“. Wir spielen mein neues Album, ein paar Lieder von „Ich + Ich“ werden dabei sein.

(Quelle:Ostsee Zeitung/Interview von Stefanie Büssing)

Video

„Basst scho, Bayreuth“: Sänger Adel Tawil im Interview

Adel Tawil kommt am 13. Spetember nach Bayreuth. Kurier TV hat den Sänger („Lieder“) kurz vor seinem Konzert in München getroffen. Wir sprachen mit ihm über Musik, Lampenfieber, Vatergefühle und fränkische Komplimente.

Gewinnspiel: Mit ein bisschen Glück können Sie Adel Tawil vor seiner Show in Bayreuth persönlich treffen! Exklusiv bieten wir Abonnenten mit Kurier-Card 3 x 2 Meet & Greet-Tickets für das Konzert von Adel Tawil. Die Teilnahme ist dabei nicht schwer: Einfach bis zum 27. Juli 2014 eine SMS schreiben oder anrufen.
Per SMS: Text mit dem Inhalt: kurier (Leerzeichen) win (Leerzeichen) adeltawil, Name, Adresse. Die SMS senden an: 52020 (eine SMS kostet 0,50 € (inkl. 12 Cent VF-D2-Anteil)
Per Telefon:
0137 808401274
Das Stichwort Adil Tawil nennen: (Ein Anruf auf dem dt. Festnetz kostet 0,50 €)

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„Weinen“ macht auch glücklich“



München

Adel Tawil bedient beim Tollwood-Festival alle Wünsche seiner Fans

Tollwood bleibt sich treu. Kein anderes Musik-Festival in Deutschland kann mit der gleichen Vielfalt aufwarten. Den besten Beweis liefern schon die Anfänge dieser Sommer-Saison: Auf den eher distanzierten, aber musikalisch perfekten Bob Dylan (wir berichteten) folgt drei Tage später der populäre, alle Erwartungen seines Publikums erfüllende Adel Tawil. Zweimal ist die Musik-Arena restlos ausverkauft, zweimal herrscht grundverschiedene Stimmung.

„Stark“ wie die Fußball-Elf

Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil, bis vor kurzem bei „Ich und Ich“ noch im Duo mit der eher bühnenscheuen Annette Humpe und jetzt im gleichen Stil auf Solo-Pfaden, lässt sich gerne bejubeln. Er ist es gewohnt, alleine im Rampenlicht zu stehen; seine ambitionierte Band tritt da ganz automatisch in den Hintergrund. Er genießt das Bad in der Menge. Dafür macht er aber auch alles. In den knapp zwei Stunden seines Auftritts präsentiert sich der 35-jährige Musiker und Songwriter ägyptisch-tunesischer Abstammung so wie ihn vor allem die stark in der Überzahl befindliche Damenwelt gerne mag: sympathisch, kokettierend, gefühlvoll.

Das Showtalent mit starker Bühnenpräsenz kommt zunächst aus der „Dunkelheit“. Seine Hits „Lieder“ und „Weinen“ lassen ihn schnell zur Lichtgestalt für seine Anhänger aufsteigen. Zwischendurch zeigt er sich mal als Rapper und preist sich im Sprechgesang als „Herzschrittmacher“, bevor er gleich mit seinen einfühlsamen Chart-Erfolgen mit bittersüßen Texten wie „Du erinnerst mich an Liebe“ weitermacht. Er verbreitet gute Laune. Die Fans kennen alle Nummern seines sentimentalen Deutsch-Pops, singen und klatschen mit, liegen sich glücklich in den Armen.

Der gebürtige Berliner wechselt das Oberteil, zieht das Nationaltrikot der deutschen Fußballer an. Nach dem wenige Minuten vorher besiegelten 1:0 über Frankreich gibt es ja was zu feiern. „Stark“ heißt die folgende Nummer, die besonders gut dazu passt. „So soll es bleiben“ meinen alle und freuen sich über diesen folgenden Titel.

Ganz nah an den Fans

Tawil geht auf die Menge zu, holt sich eine junge Dame namens Leonie heraus, die ein Shirt mit seinem Konterfei trägt. Für sie ist dieser Tag wohl heuer auch an Weihnachten nicht mehr zu toppen: Sie darf mit auf die Bühne kommen, dort den Refrain „Vom selben Stern“ ins Mikro trällern.

Der „Kater am Meer“ rundet das Programm ab, in dem das Herz-Schmerz-Schlager-Prinzip gut funktioniert. Adel Tawil, ein Star zum Anfassen, versteht es Träume zu bedienen: Er springt nach dem letzten Song hinunter und schreibt Autogramme. Das gibt es bei Tollwood ganz selten!