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Dunkle Lieder im Licht

Der ehemalige „Ich+Ich“-Sänger und frisch gekürte Echo-Preisträger Adel Tawil hat in der Chemnitz Arena begeistert. 4563697_W300

Chemnitz. Als er noch ein Teil des Duos Ich + Ich war, stand der Berliner Adel Tawil meist alleine auf der Bühne. Als Solokünstler wird er von seiner Frau Jasmin begleitet. „Mein Licht“, so nennt der 35-Jährige seine Frau, die vorgestern Abend sein Konzert in der Arena Chemnitz mit dem Lied „Dunkelheit“ eröffnet.

Zuvor hatten sich zwei Künstler schon redlich ihren Applaus verdient. Der 24-jährige Newcomer Benne, der zum Auftakt des Abends seine deutschsprachigen Liedern sang. Und die 18-jährige Madeline Juno, die ihr „Arrow“ zu Gehör brachte, das als Titelsong der Komödie „Fack ju Göhte“ diente und mit dem sie beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2014 scheiterte.

Doch dann hören die Fans Adel Tawils Stimme, die singt: „Ich teil mit dir den größten Moment, ich teil mit dir die dunkelste Stunde, ich bin der, der dich wirklich kennt, ich geh mit vor die Hunde“. Zu sehen ist aber nur Jasmin Tawil. Ganz allein am Klavier, angestrahlt von einem Lichtstrahl. Bis der Vorhang fällt. Zuerst der schwarze, dann der halbdurchsichtige. Und da ist er: Adel Tawil, der ein „Feuerstarter“ sein will – auf einem Podest, umgeben von viel Licht. „Komm mit mir aus der Dunkelheit ans Licht.“

Die letzten Strophen des Songs gehen in den wunderbar tanzbaren „Herzschrittmacher“ über – beides stammt aus seinem ersten eigenen Album „Lieder“. In rotes Licht getaucht pulsiert das Bühnenbild, das sowohl an eine Skyline erinnert als auch mittels Videoprojektion sich in ein Kartenhaus verwandeln lässt, das zerfällt, wenn Adel singt: „Dieser Moment ist wie’n Kartenhaus und die Zeit zieht ihre Karten raus“.

Das „Kartenhaus“ und „Auf Sand gebaut“ gehören zu den Liedern, die den Zuhörern unter die Haut gehen. Lässig, gutgelaunt und Reggae-locker ist dagegen das deutsch-englische Ohrwurm-Duett des in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Sohns eines Ägypters und einer Tunesierin mit seinem Gast aus New York City, dem jüdischen Reggae-Künstler Matisyahu.

„Es erfüllt mich mit Stolz, mit ihm zusammen den Song ,Zuhause‘ aufgenommen zu haben“, sagt Adel Tawil, der auch stolz darauf ist, die beiden Humpe-Schwestern – Annette (seine Ich + Ich-Partnerin) und Inga – dazu überredet zu haben, bei seinem „Graffiti Love“-Song mitzuwirken. Sie sind bei der Tournee zwar nicht dabei, genauso wie Sido und Prinz Pi („Der Himmel soll warten“, „Aschenflug“). Für sie springen Adel Tawils Bandmitglieder in die vokale Bresche.

„Willst du unbedingt einen Mann vor dir weinen sehn?“ – ob diese Frage aus dem Song „Weinen“ einmal an seine Frau adressiert war, ist eher zweitrangig. Wichtig ist der Refrain, in dem es heißt: „Ganz egal, was du gemacht hast, ich will dich einfach nur zurück“. Als er ein junges Mädchen im Publikum fragt, welches ihr Lieblingslied sei, antwortet es sofort: „Ich war wie ein Ägypter“. Es ist das Lied, in das Tawil 29 musikalischen Zitate reinpackte – aus den Liedern, die ihn in seinem Leben beeinflussten oder begleiteten, von Nirvana über Britney Spears bis Michael Jackson.

Das Lied der „Lieder“, das wohl am häufigsten im Radio rauf und runter lief, singt das ganze Publikum mit wie auch „Vom selben Stern“ und „Du erinnerst mich an Liebe“. Natürlich ist es „Stark“ und „So soll es bleiben“. Der Rausschmeißer nach zwei Stunden neuer und alter Lieder ist „Kater am Meer“, das Adel Tawil im Liegen anstimmt: „Und ich dreh mich um, niemand ist mehr zu sehen …“ Doch der Sänger ist nicht allein im Saal, sondern wird von seinem Publikum gefeiert.

Konzerttipp Am 30. August singt Tawil auf der Freilichtbühne Großer Garten Dresden. Karten gibt es bei der „Freien Presse“.

erschienen am 09.04.2014 (Von Ludmila Thiele)

© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG

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Bolle der Höhlenforscher von Chemnitz (Karl-Marx-Stadt)

logoSeit Wochen freut er sich schon auf Chemnitz, er möchte mal was ganz aussergewöhnliches erleben. Bolle geht   heute in den „Felsendome Rabenstein „ . Für seine kurzen Beinchen genau das richtige denkt er, weil es ist Behinderten – und Rolligerecht und viel Lust zum laufen hat er ja nie um so mehr freut er sich das diese Höhlen befahren werden. Aber „Befahren“ heißt das umgangssprachlich im Bergwerk und es wird trotzdem gelaufen, er versteht die Welt nicht mehr ! Er ist doch schließlich die letzten Wochen genug gelaufen auf der Suche nach Adel. Aber trotzdem kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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Mit großen Augen schaut er sich die Stalagmiten und Stalaktiten an die noch sehr winzig sind, weil der Führer erklärte ihm das die Höhlen noch gar nicht so alt sind. Zwischendurch kreisen ihm die Fledermäuse um die Ohren die hier verweilen während des Winters. Er würde Adel gerne etwas schenken aus der Höhle aber was soll er ihm mitbringen ? Ist das Abbrechen von Stalagmiten und Stalaktiten eigentlich eine Straftat oder bring ich Adel beim Konzert dann doch lieber ein Dolomitieis mit?  Sieht ja fast genauso aus. 😉